South Asia

Eine Vision in den Tälern

February 24, 2021

„Öffne meine Augen und Ohren, um zu sehen und zu hören, was du tust.”

„Das ist mein Gebet”, erzählt Pippa*. „Wenn ich bete, erkenne ich, wer er ist, und ich verstehe von Neuem, dass es nur um ihn geht. Er ist der Wegbereiter. Er ist bereits am Wirken und er lädt mich ein, dabei zu sein. Deswegen bin ich hier.“

Vor neun Jahren verließ Pippa (32) ihre Heimat in Großbritannien und stieg ein in das, was Gott in den buddhistischen Dörfern im Himalaja macht.

In der Zeit, als sie umzog, konnte das Team Gottes Wirken bezeugen: eine große Mehrheit eines Dorfes im Himalaja kehrte sich von ihrem buddhistischen Erbe ab und wendete sich zu Jesus als ihren König. Das war der Anfang von Gottes Absichten für diese Dorfbewohner und es war der Höhepunkt von bedeutsamen und treuen Gebeten sowie dem, dass Jesus-Nachfolger in dieser Region über Jahre die Liebe Gottes weitergaben.

„Einige dieser Dorfbewohner begleiten nun selbst neue Gruppe von Jesus-Nachfolgern in ihrer Jüngerschaft“, erzählt Pippa, die als Ansprechpartner die Arbeit im Himalaja koordiniert. Das kleine Tal – in dem es nun einige Gemeinen gibt – liegt perfekt, um als Tor zu zwei weiteren Tälern zu dienen, in denen das Evangelium kaum bekannt ist und nicht gut angenommen wird.

Frau in der Himalaja-Region trägt einen Korb auf ihrem Rücken„In diesen beiden Dörfern leben gut 9000 Menschen und nur wenige Jesus-Nachfolger, die meistens noch sehr jung sind“, erklärt Pippa. „Unser Ziel ist es, dass die Gemeinden in dem tieferen Tal Gottes Liebe in die höher gelegenen Täler tragen und die wenigen jungen Christen dort unterstützen.“

Die Vision ist groß, aber Pippa ist fest überzeugt, dass „Gott treu ist. Er wird das, was er schon getan hat, wieder tun. Und es fängt beim Gebet an.”

Die Grundlage ist Gebet

Im Alter von zehn Jahren organisierte Pippa eine Gruppe von Freunden, um für eine Frau aus der Gemeinde zu beten, die Gott in Japan diente. Sie trafen sich über zwei Jahre jede Woche. Unwissend, welch ein beachtliches Engagement es für eine Zehnjährige war, erklärt Pippa einfach, dass „mich etwas zum Beten und Weiterbeten bewegt hat.“ Der Heilige Geist war still am Wirken, veränderte ihr Herz und ließ ihre Leidenschaft für weltweite Nöte wachsen.

Als sie in ihren frühen Teenagerjahren war, hatte ihre Familie – zuerst ihre ältere Schwester, dann ihre Eltern – das Gefühl, dass Gott die Familie in den Dienst nach Rumänien beruft. Pippas erste Reaktion war, sich zurückzulehnen und sich an ihrem gegenwärtigen Leben festzuklammern. Sie wollte nicht gehen.

Doch dann hörte sie auf Gottes Herz – und riskierte dabei, dass seine Wünsche für sie mit ihren eigenen kollidieren – und überwand ihren Widerwillen.

Diese drei Jahre in Rumänien waren ein großer Wendepunkt für Pippa. Sie liebte es, kulturübergreifend zu leben, und sie sah aus erster Hand die Bedürfnisse von Gemeinschaften, in denen die Menschen nur wenig mit der Liebe Jesu zu tun hatten. Aber die Realität des Gehens mit Jesus bedeutet selten, dass der Zweifel und Widerwillen nach einer einzigen Erfahrung verschwunden sind. Nachdem sie nach Großbritannien zurückgekehrt war, rief Gott Pippa weiterhin dorthin, wohin sie nicht gehen wollte.

Frau die betetGebet voller Gehorsam

Pippas neunjähriges Engagement und ihre unerschütterliche, von Gott gegebene Vision für die Himalaja-Region, in der sie jetzt dient, kamen nicht von heute auf morgen. Ihre ersten Erfahrungen, als sie nach der Schule für ein paar Monate in der Region arbeitete, waren von Krankheit und Problemen geprägt.

Doch nach ihrer Rückkehr nach Großbritannien riskierte Pippa immer noch zu beten: „Herr, wohin willst du, dass ich gehe? Was willst du, dass ich mit meinem Leben anfange? Es gehört dir. Ich werde überall hingehen." Indem sie dieses Gebet mit Anfang 20 immer wieder wiederholte, Weltreligionen studierte und eine Ausbildung zum Lehrer für Englisch als Fremdsprache (TEFL) absolvierte, bereitete sich Pippa darauf vor, unter den am wenigsten Erreichten zu leben.

„Mit sturem Gehorsam zog ich schließlich zurück in den Himalaja", lacht Pippa mit erfrischender Ehrlichkeit. „Ich war bereit, überall hinzugehen ... nur nicht zurück in den Himalaja. Aber alle Türen waren weit offen. Ich konnte es nicht ablehnen!" Eine direkte Einladung, Englisch als Teil eines neuen Café-Dienstes vor Ort zu unterrichten, war die letzte Bestätigung, die sie von Gott brauchte – sie hatte gerade ihren TEFL-Kurs beendet.

Gottes Versprechen beten

„Wenn wir in die Dörfer, in denen wir dienen, reisen, verändert sich die Atmosphäre“, beschreibt es Pippa. „Du fühlst die Beengung und jeder Tag, den man hier verbringt, ist voller geistlicher Kämpfe.“

Sie erklärt, dass die buddhistische Religion davon abhängig ist, gutes Karma zu erfüllen, um das nächste Leben zu sichern. Es gibt eine ständige Unterströmung von Angst und Hoffnungslosigkeit.

„Ich fand jede Reise in die Täler aufreibend“, erklärt sie mit schmerzlicher Erinnerung. „Bis ich sanft, aber schmerzlich, von meiner Mentorin herausgefordert wurde – es ist dieselbe Frau, für die ich vor vielen Jahren betete, als sie in Japan war – als sie mich fragte: ‚Wie betet du für die buddhistischen Menschen?‘“

„Ich merkte, dass meine Gebete selbst schwer waren – sie schrien zu Gott wegen der Hoffnungslosigkeit der Menschen, denen wir dienten, und baten ihn, die Fesseln zu brechen, die sie hielten." Pippas Gebete waren ehrlich und kamen von Herzen, aber sie belasteten sie. „Warum versuchst du nicht, deine Gebete darauf zu konzentrieren, wer Gott ist?", schlug ihre Mentorin ihr vor.

Reisfelder in der Himalaja-RegionDas war der Moment, in dem sich alles verschob. Gehorsamer Dienst wurde zu freudvollem, von Liebe inspiriertem, überzeugendem Dienst. „Ich begann, Gottes Verheißungen über die Dunkelheit zu beten und seinen Sieg zu verkünden. Ich betete ihn mehr an." Pippa beschreibt, wie Gott ihr Herz – als sie ihre Augen auf ihn richtete – für die Menschen, denen sie diente, wachsen ließ.

Es gibt weiterhin herausfordernde Zeiten – der Kampf ist offensichtlich, da das Team im Himalaja mit den Auswirkungen von Naturkatastrophen und verheerenden Verlusten innerhalb des Kernteams konfrontiert wurde. Aber die Freude bleibt ein bestimmender Faktor des Lebens und des Dienstes, selbst inmitten von Krisen.

„Dieses Jahr wurden wir als Team erneut herausgefordert, einen Schritt nach vorne im Gebet und Fasten zu gehen“, erzählt Pippa. „Wir müssen für die Menschen, denen wir dienen, beten. Gott öffnet derweil die Türen und erweicht die Herzen.“

„Bitte betet mit uns“, lädt Pippa ein. „Gebet ist lebendig. Es ist die Grundlage unseres Dienstes. Durch Gebet sehen wir, was Gott tut. Durch Gebet verbinden wir uns mit ihm. Durch Gebet werden Berge versetzt – zu seiner Ehre.“

*Name geändert