Ships

50 Jahre Gottes Treue

October 23, 2020

Am 15. Oktober 1970 kaufte OM sein erstes Schiff, die Logos – die Verwirklichung einer Vision, die über mehrere Jahre im Gebet und in der Planung gewesen war.

Es war 1964 bei einem Gebetstreffen in Bolton, England, als OM-Gründer George Verwer erstmals von seiner seltsamen Idee sprach. Er hatte darüber nachgedacht, dass es einen besseren Weg geben müsse, um die neu entstandene Arbeit von OM in Indien und den Nachbarländern der Region zu unterstützen. Einen Weg, der keine gefährlichen, monatelangen Straßenfahrten in ramponierten, mit Literatur beladenen Lastwagen beinhaltete. Flugreisen waren zu teuer. Aber ein Schiff könnte viele Menschen beherbergen, Bücher und Fahrzeuge transportieren und gleichzeitig eine Plattform für Veranstaltungen und eine Basis für den Dienst in den Gemeinden sein.

Es war eine Herausforderung, Geldgeber davon zu überzeugen. „Manche dachten, ich hätte den Verstand verloren", erinnert sich George Verwer. Niemand in OM hatte Erfahrung mit dem Besitz und Betrieb eines Schiffes. Wie würden die riesigen Summen, die für ein solches Unterfangen benötigt würden, aufgebracht werden? Wer würde das Schiff überhaupt bemannen? Es gab mehr Fragen als Antworten, aber George und Mitbegründer Dale Rhoton führten in den späten 1960er-Jahren die Gebets- und Überzeugungsarbeit weiter. Nach und nach klärte Gott die Vision in den Herzen von immer mehr Menschen und die Unterstützung begann größer zu werden.

Ein Kapitän meldete sich und verließ eine Stelle bei einer Reederei, um dem OM-Projektteam beizutreten. Obwohl Graham Scott (Großbritannien) das spätere Schiff nicht fuhr, war er bei der Suche nach einem geeigneten Schiff mit federführend. Christliche Seeleute, die bereit waren, ihr Fachwissen zur Verfügung zu stellen, trugen zur Glaubwürdigkeit der Präsentationen bei kirchlichen Versammlungen bei, was zum Anstieg der Spenden beitrug.

Das inbrünstige Gebet für ein Schiff wurde fortgesetzt. So hörte Nancy Coates, eine junge Lehrerin aus den USA, die an einem Sommereinsatz in Spanien teilnahm, von der Notwendigkeit, dass jemand die Kinder der Leiter unterrichten sollte, sobald sie an Bord sind. „Ich sagte ‚Sicher!' und rief die Schule an, in der ich arbeitete, um zu sagen, dass ich nicht nach Hause komme. Ich hatte gerade ein rotes Mustang-Cabriolet gekauft und beauftrage meinen Vater, es zu verkaufen und das ganze Geld OM zu geben!“

Im September 1970 hörte George Verwer auf der Jahreskonferenz von OM, dass das dänische Schiff Umanak, das dem Schiffs-Komitee gefiel, aber überboten worden war, wieder verfügbar war. „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt die letzte Zusicherung in meinem Herzen erhalten, mich für dieses Schiff zu entscheiden und auf der Konferenz gab es eine Einigung", erinnert sich George. „Ich flog nach Dänemark, um die Anzahlung zu leisten und Mitte Oktober nahmen wir das Schiff in Empfang. Es war ein Wunder, dieses alte Schiff zu kaufen und fertigzustellen.“

„Zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung hatten wir nur die Hälfte des Geldes", berichtet der OM-Gründer. „Wir brauchten die restlichen 70.000 britische Pfund, um sie zu bekommen – schnell. Gott hat uns das Geld gegeben. Wir erhielten viele kleine Spenden aus vielen Nationen. Unsere eigenen Mitarbeiter und Ehemaligen investierten, um die Schiffsarbeit flott zu machen. Die Umanak wurde in Logos umbenannt, was auf Griechisch ‚geschriebenes Wort' bedeutet und sich auf Jesus Christus in der Bibel bezieht.“

Die Pioniertage waren etwas provisorisch, aber ehemalige Freiwillige erinnern sich gerne an die ungewöhnlichen Lebensbedingungen, einige Beinahe-Katastrophen, die Begeisterung, Teil von etwas Unbekanntem zu sein, und das völlige Vertrauen auf den wahren Treibstoff: das Gebet. Manchmal blieben sie länger als geplant in einem Hafen, bis Geld kam, um Treibstoff zu kaufen, um wieder in Fahrt zu kommen, oder bis relevanter Papierkram, qualifiziertes Personal oder ein wichtiges Teil ankamen. Über Hindernisse wie schlechtes Wetter, politische Unruhen und Genehmigungen von Behörden wurde gebetet, und die Antworten kamen – manchmal über Nacht, oft schienen sie erst in letzter Minute zu kommen. Teil eines solchen Unterfangens zu sein, war äußerst vertrauensbildend. Es führte zu einer lebenslangen Berufung in die christliche Arbeit für Tausende verschiedener Christen aus aller Welt, die auf den Schiffen von OM dienten.

Die Logos war bis 1988 in Betrieb, das zweite Schiff der Organisation, die Doulos, war von 1977 bis 2009 im Einsatz. Die Logos II war zwischen 1989 und 2008 im Einsatz, und das jetzige Schiff, die Logos Hope, lief 2009 vom Stapel. Die Schiffsarbeit hat Zeiten der Prüfung und auch Tragödien erlebt, kann aber unter allen Umständen Gottes unfehlbare Versorgung, seinen Schutz und seine Macht bezeugen.

In den Plänen für 2020 war vorgesehen, dass die Logos Hope anlässlich des Jubiläums mit Ehemaligen und Partnern Europa besucht. Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Ereignisse nun eine andere Wendung genommen. Das Schiff und seine Besatzung befinden sich derzeit auf den Bahamas und helfen den Inselbewohnern, die nach einem verheerenden Hurrikan ihr Leben wiederaufbauen.

„Heute vor 50 Jahren stand ich auf dem Deck der Logos in Kopenhagen. Sie war jetzt unser Schiff“, blickt George Verwer am 15. Oktober 2020 zurück. „Wir freuen uns über alles, was Gott durch unsere vier Schiffe getan hat. Mindestens 100 Millionen Menschen weltweit sind auf irgendeine Weise mit dem Evangelium in Berührung gekommen. Wir wissen, dass sich Tausende zum Glauben bekannt haben, aber nur der Himmel wird die ganze Geschichte erzählen. Wir sind Gott weiter so dankbar für unsere zahllosen Mitarbeiter hinter den Kulissen, Gebetspartner und Unterstützer."

„Wir blicken auf 50 Jahre Auswirkungen der Schiffsarbeit auf die Welt zurück und fühlen uns unglaublich demütig und geehrt, von Gott gebraucht zu werden“, erklärt Seelan Govender, Direktor von OM Ships International. „Die Botschaft des Evangeliums ist eine Botschaft der Verwandlung, und Millionen haben durch die Begegnung mit einem unserer Schiffe diese Kraft in ihrem Leben und in ihrer Gemeinschaft erfahren. Diese Botschaft treibt uns weiter voran, da wir der Meinung sind, dass Millionen weitere Menschen Gottes Liebe erfahren müssen.“